MAINZER DOM-ORNAT
- neue Messgewänder für den Mainzer Dom nach Entwürfen von Claus Kilian und Raphael Seitz -

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Violett: die Farbe der Buße und der Trauer!

Diese Messgewänder stehen für das trauernde, das büßende, hoffende, neu erstehende Mainz. Die österliche Bußzeit (Fastenzeit) ist ganz von dieser Farbe geprägt: durch Buße (Umkehr) und durch Taufe (Tauferinnerung) soll der Mensch neu werden. 

Violett und Schwarz sind auch die Farben der Trauer; sie werden bei der Liturgie für Verstorbene (Beerdigung/Requiem) und an Allerseelen, dem Gedenktag aller Verstorbenen (2. November), verwendet. Vor diesem Hintergrund sind die violetten Gewänder des Mainzer Dom-Ornates zu sehen. "Erinnerung ist der Anfang der Erlösung" sagt ein jüdisches Sprichwort, und diese Gewänder wollen vergegenwärtigen: Ereignisse und Personen, an die sich viele Mainzer noch erinnern, weil sie diese Zeit selbst erlebt haben!
Die Erinnerung hält die Sehnsucht wach nach Frieden und weckt die eigene Bereitschaft zur Umkehr.

Die Messgewänder zeigen den selig gesprochenen Papst Johannes XXIII., die vom Judentum zum Katholizismus konvertierte Karmeliterin und 1942 in der Gaskammer von Birkenau ermordete Edith Stein (Sr. Theresia Benedicta vom Kreuz) - und eine Frau "ohne Namen".

Ein zusätzliches Einzelgewand erinnert an die Zerstörung von Mainz im Zweiten Weltkrieg am 27. Februar 1945.